Sprachurlaub.de -  Wir bringen Sie zur Sprache

Wir bringen Sie zur Sprache

Buchungen aus Österreich Buchungen aus der Schweiz
Barcelona Spanisch

Tapas in Barcelona

Barcelona kostenlos

Tapastouren durch Barcelona

Zwar fragen die meisten Neuankömmlinge, wo es die besten Tapas in Barcelona gibt. Doch eigentlich haben Tapas mit Barcelona ungefähr so viel zu tun wie Flamencotanz mit dem Ballermann. Tapas gibt es traditionellerweise in Andalusien, wo sie Wirte ursprünglich als kostenlose Dreingabe zu Wein oder Bier reichten. Doch da die Wirte der katalanischen Metropole es sich mit den Touristen nicht verscherzen wollen, bekommt man nun auch in Barcelona fast überall Tapas satt. In einem Designerambiente snackt man die kleinen Gerichte an Naturholztischen in einem hohen, riesigen Speisesall bei Piscolabis an der Rambla Catalunya 27. Das Innenleben des modernistischen Gebäudes hat der katalanische Architekt Francesc de P. Villar i Carmona gestaltet. Doch keine Angst, auch bei der prominenten Lage sind die Preise keineswegs überzogen.

Die baskische Variante der Tapas sind Pintxos (Pintschos ausgesprochen). Pintxos sind kleine Baguettescheiben, auf die verschiedene Leckereien wie Grillwürstchen, Tortilla, Serranoschinken, Eiersalat, Kroketten oder Gambas mit einem Holzspieß aufgespießt werden. In der Irati Taverna Basca (Cardenal Casanas 17) sind schon am Vormittag eine schier unerschöpfliche Vielfalt von Pintxos auf der Theke angerichtet. Man bekommt einen Teller und kann dann soviele Pintxos nehmen, wie man schafft. Am Ende werden die Holzspießchen gezählt, und für jedes Pintxo wird 1,80 Euro berechnet.

Das Restaurant La Dolca Herminia (Carrer Magdelenes 27, nahe der Kathedrale) nimmt keine Reservierungen entgegen. Und das aus gutem Grund: es ist sowieso jeden Abend voll. Wer gut und günstig speisen will (Flasche Mineralwasser: 1,21 Euro, großer Salatteller: 3,50 Euro) ist hier richtig. Man sollte sich das Essen von dem fahrigen und oft vergesslichem Service - die Angestellten kommen meist aus Indien und Südamerika - allerdings nicht verdrießen lassen.

In einer von Barcelonas ältesten Molkereien in der Altstadt hat Katherine McLaughlin ein Käsegeschäft eröffnet, in dem man Landkäse aus ganz Spanien probieren kann (Formatgeria La Seu, Carrer Dagueria 16). Zehn Jahre lang hat die Schottin sich in Sachen spanischer Käse weitergebildet, jetzt ist sie stolz auf das einzige Geschäft Spaniens, in dem es eine derartige Auswahl gibt. Sie kennt jeden Käsemacher persönlich und hat 20 bis 25 Käse auf Lager. In dem begehbaren Kühlraum sind die Delikatessen wie Las Garmillas, ein ungewöhnlicher, eierkuchenförmiger Kuhmilch-Käse aus Kantabrien, Turó del Convent, ein Käse aus unpasteurisierter Ziegenmilch mit grau-blauer Bodega-Rinde, oder Torta de la Serena, ein streichbarer Weichkäse aus der Milch des Merino-Lamms, ansprechend aufbewahrt. Jedes Stück wird frisch vom Laib geschnitten. Unbedingt probieren: die hausgemachte Membrillo, eine Feigengelatine, die zu Manchego - Käse hervorragend passt. Ein Probiertellerchen mit drei Käsesorten und einem Glas Wein kostet 2,50 Euro, ein Käse - Frühstück mit Brot und Wein kostet 15 Euro. Größere Touristengruppen mag Frau McLaughlin allerdings überhaupt nicht.

Modernste katalanische Küche servieren die schwarz gekleideten Kellner im Restaurant Moo, Rosseló 265. Wer sich vom Blick auf einen grauen Lichtschacht, dessen Tristesse einige Bambuspflanzen kaum verdecken können, nicht stören lässt, kann hier kulinarische Meisterleistungen eines vom Michelin-Führer mit einem Stern bewerteten Restaurants genießen. Zu jedem Gang gibt es vom Sommelier eine Weinempfehlung, im Keller lagern über 600 verschiedene Weine. So wird zur confierten Lammschulter mit Manchegokäse, Rosmarin und Paprika ein roter Torcas 99 empfohlen. Die Preise reichen von 45 Euro für das Mittagsmenü bis 140 Euro für das Joan Roca Menü.

Der Gipfel der Kochkunst befindet sich allerdings etwas außerhalb von Barcelona. Wer mit der S-Bahn (von der Station Barcelona Sants) aus anreist, kann in Sant Pol de Mar fast direkt vom Bahnsteig in das Restaurant Sant Pau stolpern. Feinschmecker aus aller Welt pilgern in das Restaurant von Carme Ruscalleda, die für ihre Restaurants von Michelin insgesamt fünf Sterne bekommen hat - keine andere Köchin der Welt kann mehr bieten. Das Schöne am Sant Pau ist, dass hier keine überkandidelten Gerichte mit flambierten Froschschenkeln oder ähnlichem serviert werden, sondern feine Speisen aus superfrischen Zutaten, gekocht und angerichtet allerdings auf extrem hohen Niveau.

Zum Schluss noch ein Tipp für die Nacht: im "Cabaret Berlin" trifft man zwar keine Berliner, jedoch cooles, junges Publikum aus Barcelona, das sich in der ehemaligen Striptease-Bar bei Musik der 20er Jahre bestens amüsiert. (Bailen 22)

Dirk Engelhardt
Der Journalist Dirk Engelhardt lebt und arbeitet in Barcelona.

www.sprachurlaub.de Scherer Bildungsreisen GmbH Tel: ++49 (0)30 54719430 Fax: ++49 (0)30 54719460 email@sprachurlaub.de